Der Orangenbaum wird in seiner mediterranen Heimat bis zu 10 Meter hoch, damit zählt er zu den kleinen bis mittelgroßen Bäumen. Durch seine überschaubare Größe lässt sich der Orangenbaum auch ideal in einem Kübel zuhause anpflanzen – was auch sehr zu empfehlen ist, denn er mag keine Kälte und besonders keine kalten, deutschen Winter. Im Sommer dagegen mag der Orangenbaum am liebsten draußen stehen, da er dort am meisten Sonne abbekommt.

Orangenbaum mit Früchten

Die Orange ist eng verwandt mit dem Zitronenbaum (Gattung Citrus) und ging aus einer Kreuzung von Mandarine und Pampelmuse hervor. Typisch für Orangenbäume sind die großen, saftigen Orangen die mittlerweile die am meisten angebaute Zitrusfrucht der Welt ist.

Pflanzanleitung Orangenbaum

Im folgenden möchte ich euch beschreiben, wie man einen Orangenbaum aus Samen von ganz normalen Orangen ziehen kann.

  1. Kerne aus Orange entnehmen

    Die Samen kann man aus reifen, tieforangenen Orangen herauslösen. Man sollte nur beachten, dass nicht jede Sorte Orangen aus dem Supermarkt noch Kerne besitzt – im Zweifelsfall lieber zwei verschiedene Orangensorten kaufen. Beim Aufschneiden der Orange sollte man vorsichtig sein, um die Kerne nicht zu verletzen.
    Orange aufgeschnitten

  2. Orangensamen waschen und trocknen

    Nach dem Entnehmen sollte man das restliche Fruchtfleisch entfernen und dann mit Wasser abwaschen. Ansonsten könnten die Samen unter der Erde schimmeln. Nach dem Waschen auf ein Küchentuch legen und trocknen lassen.
    Im Bild unten sieht man die entnommenen und gewaschenen Kerne.Samen Orangenbaum

  3. Orangensamen in Wasser einweichen

    Damit die Samen schneller keimen können, legt man sie am besten einen Tag vorher in lauwarmes Wasser.Orangensamen in Wasser eingeweicht

  4. Substrat vorbereiten

    Dazu legt man die Kokos-Quelltabletten in ein Gefäß mit Wasser und wartet ca. 5 Minuten. In dieser Zeit saugen sich die Quelltabletten mit Wasser voll und verdreifachen ihre Größe.aufgequollenes Kokos-Quelltöpfchen

  5. Orangensamen säen

    Der Kern wird mit dem spitzen Ende in die Kokos-Quelltablette gesteckt und nochmals mit etwas Wasser benetzt.Orangensamen in Kokos Substrat

  6. Warm stellen

    Anschließend werden die Quelltabletten mit den Orangenkernen in die Anzuchtbox, möglichst bei 20 – 30°C warm gestellt, damit die Keimung zügig verläuft. Die Keimzeit liegt bei etwa 4 – 8 Wochen, bei richtiger Temperatur und Luftfeuchtigkeit kann es auch schneller gehen.Anzuchtbox mit ausgesäten Orangenkernen

Pflege

Standort

Grundsätzlich erstreckt sich das Anbaugebiet der Orange auf der nördlichen Hemisphäre von der Türkei bis Norditalien, speziell aus Italien und Spanien kommt ein großer Teil der Früchte. Da es bei uns deutlich kühler ist, können die Orangenbäume nicht ganzjährig draußen stehen:

Größere Pflanzen im Kübel können im Sommer nach draußen auf den Balkon oder die Terasse gestellt werden. Im Winter können Orangen Temperaturen bis 7°C vertragen, aber keinesfalls Frost. Daher sollten die Orangenbäumchen am besten hell bei ca. 10°C überwintert werden – am besten wäre ein nicht beheizter Wintergarten oder Gewächshaus.

Orangenbäume können das ganze Jahr über blühen und Früchte tragen, dazu sind allerdings vier bis sechs Stunden Sonnenschein pro Tag nötig.

Erde & Dünger

Der hauptsächlicher Bestandteil im Pflanzgefäß sollte eine humose Erde verwendet werden. Um den Boden etwas lockerer zu machen, kann man die Erde mit Sand vermischen (am besten kalkfrei) – dann kann sich die Pflane am besten mit Nährstoffen versorgen.

Damit am Orangenbaum Früchte reifen können, braucht er eine konstante Zugabe von Dünger, vor allem während der Wachtumsphase (April bis September). Dazu eignet sich ein Naturdünger oder alternativ ein spezieller Dünger für Zitruspflanzen*, der möglich wenig Salze enthalten sollte – diese mögen Zitruspflanzen gar nicht.

Gießen

Auch wenn es die Herkunft des Orangenbaums nicht vermuten lässt, der Baum braucht während der Wachtumsphase viel Wasser (kalkarm, am besten Regenwasser). Zuviel Feuchtigkeit bzw. Staunässe mag der Orangenbaum aber nicht, weswegen erst nach dem kompletten Austrocknen der Erde wieder gegossen werden sollte.